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Vogelmiere

 

 

Schon im letzten Blogbeitrag hab ich einige Frühjahrskräuter erwähnt, heute nun die (un)beliebte Vogelmiere!

Die Vogelmiere heißt lateinisch stellaria media.

Stellaria heißt Sternchen.

SIe gehört zur Familie der Nelkengewächse, lateinisch Caryophyllaceae.

 

Ihr Namensgeber Linn'e bewunderte schon damals ihre zarten feinen Blüten, die wie Sternchen sich aus den Grün erheben. Eine Pionierspflanze, welche damals bei den Neandertalern als Vitaminquelle genutzt wurde.

Im Garten ist sie ein Stickstoffanzeiger, wächst gern auf humosen und lockeren Böden.

Als Flachwurzler kann ihr Wuchs von solcher Größe sein dass richtige Polster enstehen.

Diese Bodenpolster halten die Erde auch bei großer Hitze feucht. Eine feine Haarlinie die

sich auf den Stängeln befindet dient zum Aufnehmen der Feuchtigkeit.

Stängelknoten die wiederum den Boden berühren bilden feine Wurzeln und somit ist ihre Nährstoffzufuhr gewährleistet.

Im Innerern des  dünnen  weichen Stängels befindet sich ein gummiartiger, elastischer Strang der sich wie unser menschlicher Darm bewegt. An den vielverzweigten Stängel sitzen gegenständig angeordnete  grüne, fleischige,  ganzrandig, länglich - oval/eiförmige

und am Ende zugespitzte Blätter.  

Die Blüten wachsen aus den Achseln der Blätter. Sie sind nur einige Millimeter groß.

Ihre Blüten, die wie weiße Sterne funkeln, sind aus fünf Blütenblättern. Sie sind  jeweils

fast bis zum Blütenboden zweigeteilt. Deswegen meint man oft sie habe mehr Blütenblätter.

Ihre Vermehrung ist auch nach Jahrzehnten noch gewährleitet. Bis zu sechs Generationen

mit  mehr als 20-Tausend Samen können in einem Vegetationsjahr produziert werden.

Das alles bei einer einjährigen Pflanze, für mich sehr beeindruckend.

Die nur einen Millimeter kleinen Samen können bis zu 60 Jahren in der Erde verweilen.

Diese wunderbare Pflanze, die sogar dem Winter trotzt und unter der Schneedecke genauso frisch zu finden ist wie unterm Jahr hat einiges zu bieten.

 

 

Ihr Geschmack erinnert uns an frischen Mais, manche meinen auch sie schmeckt etwas nach Erbse. Ich finde sie frisch verwendet in der Küche am tollsten. 

Ein schmackhaftes Wildgemüse das viel Vitamin C, Vitamin A, B1, B2, B3 und einige wertvolle MIneralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Kalium, Kieselsäure, Eisen und Selen enthält. Außerdem hat sie mindestens siebenmal so viel Eisen und dreimal so viel Kalium und Magnesium wie ein Kopfsalat. Man kann sie im Wildspinat, in der Kräuterbutter aber auch in einer Frühlingssuppe (Neunkräuter) verarbeiten.

Zum Fest der sieben Kräuter (7Jänner)  das in Japan Tradition hat wird die Vogelmiere im Reisbrei "Nanakusa gayu" mit anderen Kräutern verwendet.

Auch  in der Volksheilkunde ist die Vogelmiere schon Jahrhunderte bekannt.

Anwendung findet sie in der Frühjahrskur zum entschlacken des Körpers und reinigen des Blutes.

Als Heilöl oder Salbe zubereitet  wirkt sie beruhigend, entzündungshemmend, schmerzstillend bei Hautreizungen,Schuppenflechte und Ekzemen. Außerdem wirkt sie innerlich angewendet als Tee/ Tinktur oder Homöopathisch  beruhigend und schleimlösend duch ihre Saponine bei Entzündungen der Atemwege. Sie fördert die Verdauung, reinigt das Blut, regt den Stoffwechsel an und wirkt harntreibend.

Hermann Josef Weidinger schrieb: Sie stärkt die Haut, die Nerven und Muskeln und festigt das Gewebe.

In der Signaturenlehre zählt die Vogelmiere zu den Mondpflanzen, sie wirkt kühl und harmonisiert das Yin der Organe Dickdarm, Magen , Herz und Lunge.

Edelsteine die ihr zugeordnet sind: Beryll, Jade, gelber Jaspis, Wulfenit, Vanadinit, blauer Topas

 

Andere Namen sind auch Sternmiere, Hühnerdarm. Hühner und Vögel fressen gern ihre Blätter und Samen.

Ihre Blüten sind auch Wetteranzeiger. Diese schließen sich ca. 1 Stunde bevor es Regen gibt und bleiben ihre Blüten ganz geöffnet gibt es in den nächsten 4 Stunden nur Sonnenschein.

Im Mittelalter wurde sie den jungen Mädchen ins Bett gelegt um sie vor Dämonen und bösen Geistern aber auch vor unschicklichen Angeboten zu beschützen.

In der Oberpfalz lag man einem Mädchen die Vogelmiere gegen das Krampfen in die Wiege, den Knaben den Ackergauchheil.

Als Talisman getragen soll sie helfen leichter Freundschaften zu knüpfen. Auch als Schutzkraut sollten ihre sternförmigen Blüten uns beschützen.

 

Literaturnachweis:

Das praktische Buch der Heilpflanzen- Manfred Bocksch

Die Unkräuter in meinem Garten- Wolf Dieeter Storl

Die Kräuter in meinem Garten- Siegrid Hirsch/ Felix Grünberger

Mit dem Kräuterpfarrer durch ganze Jahr- Hermann Josef Weidinger

 


 

Vogelmiere

 

Unkraut werd ich genannt

 

Und meist aus den Gärten verbannt.

 

Dort wo die Erde ist ungeschützt und kahl

 

fang ich gern zu wachsen an.

 

Stellaria heißt Sternchen, so hat Linne‘ mich benannt,

 

bin mit den Nelkengewächsen verwandt.

 

Meine winzigen Samen die haben eine ungeheure Ausdauer

 

Und liegen auch mal Jahrzehnte auf der Lauer.

 

Darf ich dann wachsen und gedeihen,

 

wird dies nicht nur deine Augen erfreu’n.

 

Nach frischen jungen Mais schmeckt mein Grün

 

Und meine Sternchen weiß blühn.

 

Hast du meine Vorzüge erkannt,

 

findest du mich ganz sicher interessant.

 

In der Küche werd ich gerne frisch verwendet,

 

auch manche Krankheiten sich abwendet.

 

Bin gut für die Haut, den Stoffwechsel und die Niere,

 

ich  bin's,  die manchmal ungeliebte

 

Vogelmiere!

 

(Sabine Haider, Jänner 2020)

(Mein Gedicht bitte nicht kopieren, wenn du es verwenden willst, schich mir eine Nachricht)

 


Die Angaben für Anwendungen beruhen auf alten Überlieferungen und selbst erprobten. Deshalb gilt für jede Person, dass ich weder Linderung noch Heilung von Problemen oder gar Krankheiten garantiere oder verspreche. Die Angaben können keine Beratung, Diagnose oder Untersuchung durch einen Arzt oder Therapeuten ersetzen. Meine Informationen sollten auch nicht zur Eigendiagnose oder Eigentherapie genutzt werden. In eigenen Worten: Wenn du meine Informationen benützt tust du dies auf eigene Gefahr!!!

 


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