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Seifenkraut

 

Jetzt habe ich schon länger nichts geschrieben, ich weiß und hoffe ihr nehmt es mit Gelassenheit. Tja bei uns im Garten war einiges neu zu gestalten und da fällt man dann abends gerne ins Bett.

 

Jetzt habe ich Urlaub und wenn, so wie heute, das Wetter regnerisch ist, sitze ich auch mal vorm Laptop und schreibe Beiträge oder erarbeite Unterlagen für’s nächste Jahr.

 

Heute hat mich das Seifenkraut inspiriert. Es riecht abends so wunderbar balsamisch, süßlich und ich liebe es im Sommerblumenstrauß.

 

Früher gehörte es zur Grundausstattung in den Bauerngärten, heutzutage ist es etwas in Vergessenheit geraten.  

Erst letzte Woche musste der Seifenkrautstock verkleinert werden, da er sich überall im Beet breit machte. So sind nun viele Wurzeln geerntet, gesäubert und getrocknet worden. 

 

Name dt.: Seifenkraut          (Waschlaugenkraut, Waschwurz, Hustenwurzel)

Name lat.:  Saponaria officinalis                                                              

Familie dt.: Nelkengewächse                                                                            Familie lat.: Caryophyllaceae                                                                        Merkmale:wild an Flussufern, an Kies- und Schotterbänken; vollsonnige, kalkhaltige, durchlässige Böden, bildet Wurzelausläufer, robust gegen Schädlinge und Krankheiten, keine Düngung nötig, Blüte im Juni-August, mehrjährig, Achtung: auch kleine Wurzeln treiben wieder aus, am besten in einem größeren Topf halten!   

Droge: Wurzel, Blätter                                                                                  

wichtige Inhaltsstoffe: Saponine (Bisdesmoside),                                          Hauptwirkrichtung: blutreinigend, harntreibend, antibakteriell, pilzhemmend, adstringierend, schleimlösend und – absondernd,

überlieferte volksheilkundige Anwendung:

Wurzelteile im Herbst graben, reinigen und trocknen – zur Seifenherstellung und als Tee bei Husten, Bronchitis, Schleimhautentzündungen, Akne, leichten Hauterkrankungen, Schuppenflechte, Kreislaufbeschwerden,

 

Seifenkrauttee besteht aus den Wurzeln, wobei manchmal auch die Blätter Verwendung finden, es wird ein Kaltwasser-Auszug zubereitet, über einige Stunden ziehen lassen und dann nur kurz erhitzen, mit Honig gesüßt, es sollten höchsten

2 Tassen /Tag getrunken werden

 

Homöopathisch wird das Seifenkraut bei der Behandlung von Kopfschmerzen, nicht erklärbaren Augenschmerzen, Halsentzündungen, Husten, Schnupfen und leichten Erkältungen angewendet,

 

! Seifenkraut enthält Saponine die in höherer Dosis giftig wirken, bei Tieren auch schon geringere Mengen ! Menschen mit empfindlichen Magen oder Reizmagen sollten andere Kräuter verwenden !

 

Sagen / Geschichten / Wissenswertes:

Seifenkraut ist wie der Name eindeutig übermittelt das Kraut zum Seife machen. Schon in der griechischen Mythologie deutete es darauf hin. Man glaubte das es aus dem ausgeschütteten Badewasser der Liebesgöttin Aphrodite entstand.

In der Antike und später im Mittelalter war es das Waschkraut. Plinius, im 1Jhdt., erwähnte das Seifenkraut als wunderbares Wollwaschmittel da es dieses wunderbar weiß und flauschig machte. Auch als Heilkraut bei Flechten, Geschwüren und Lepra wurde es in dieser Zeit eingesetzt.

Archäobotanische Untersuchungen zeigen, daß es schon in der Jungsteinzeit genutzt wurde. Im Mittelalter war es das Waschkraut der Bauern und armen Leute. Hieronymus Bock schrieb z.B. „Die Ordensleut/ als Barfüsser/ waschen ihre Kappen damit, haben nicht genug Geld/ Seifen zu kaufen/ oder Wäscherinnen zu dingen/ wie sich dann die armen Brüder des heiligen Franziskus höchlich beklagen“ Außerdem erwähnte er die Anwendung bei Leber- und Milzbeschwerden und keuchenden Menschen mit schwerem Atem, äußerlich angewendet gegen Grind, bei Fieberbeulen und Augenbeschwerden. Innerliche wurde die Wurzel zerstoßen, mit Honig vermischt und eingenommen, äußerlich wurde ein Sud aus den Wurzeln verwendet.

Seifenkraut wurde bis zum Aufkommen des heutigen Waschmittels benutzt. Heutzutage benutzen Museen, Restauratoren noch diese Seifenlösung um empfindliche Objekte damit zu reinigen.

 

! Dass das Seifenkraut vor allem auch bei viralen Erkrankungen eine natürliche Medikation darstellen kann, wird wissenschaftlich schon seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts diskutiert. Man nimmt an, dass die Virushüllen mit den enthaltenden Saponinen eine Verbindung eingehen und diese unschädlich machen. Gezieltere bzw. genauere Studien sind in letzter Zeit hierzu leider nicht zu finden.! (https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Seifenkraut.html)

 

 

Die Angaben für Anwendungen beruhen auf alten Überlieferungen und selbst erprobten. Deshalb gilt für jede Person, dass ich weder Linderung noch Heilung von Problemen oder gar Krankheiten garantiere oder verspreche. Die Angaben können keine Beratung, Diagnose oder Untersuchung durch einen Arzt oder Therapeuten ersetzen. Meine Informationen sollten auch nicht zur Eigendiagnose oder Eigentherapie genutzt werden. In eigenen Worten: Wenn du meine Informationen benützt tust du dies auf eigene Gefahr!!!

 

Das Rezept für einen Waschsud gibt es dann in den nächsten Tagen, bis dahin - bleibt's gsund und genießt die Gaben von Mutter Natur auch wenn das Wetter gerade nicht so danach ist.

 

Liebe Grüße, Sabine von KräuterVielfalt

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